Rückblick auf das DACH-Seminar in Berlin
Wie begegnet man sozialen Disparitäten und sorgt für eine bessere Durchlässigkeit im Bildungssystem? Diese und weitere Fragen standen im Fokus des DACH-Seminars 2026.
Wie kann man sozialen Disparitäten begegnen, für eine bessere Durchlässigkeit innerhalb des Bildungssystems und für mehr Bildungsgerechtigkeit an den entscheidenden Schnittstellen sorgen – und dabei zugleich die Qualitätsanforderungen wahren? Mit dieser Leitfrage setzten sich Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Bildungsverwaltung und Schule am DACH-Seminar vom 23. bis 25. Februar 2026 in Berlin auseinander.
Das DACH-Seminar findet seit mehreren Jahrzehnten im Turnus in Deutschland, Österreich und in der Schweiz statt. Dabei diskutieren die Teilnehmenden bildungspolitische Fragestellungen von gemeinsamem Interesse. Das diesjährige DACH-Seminar in Berlin, das unter dem Titel «Übergänge, Zugänge, Bildungsgerechtigkeit» stand, beleuchtete eine Thematik, die alle beteiligten Länder gleichermassen herausfordert: Die Bildungsforschung weist seit vielen Jahren darauf hin, dass der sozioökonomische Hintergrund der Schülerinnen und Schüler deren Bildungschancen beeinflusst. Ungleichheiten zeigen sich meist schon in der frühen Kindheit und es kommt insbesondere auf die Ausgestaltung der Zugänge und Übergänge im Bildungssystem an, ob sie behoben werden können, sich fortsetzen oder sogar akzentuieren. Mit dem Ziel, einen systemischen Blick einzunehmen, analysierten die Teilnehmenden am Seminar Ursachen und Lösungsansätze rund um Bildungsgerechtigkeit über die gesamte Bildungslaufbahn von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung und bezogen dabei unterschiedliche Risikogruppen ein.
In zahlreichen Referaten und Workshops setzten sich die Teilnehmenden unter anderem mit Bildungsbarrieren an den Übergängen, mit dem Stand der Inklusion, der Bedeutung der Deutschförderung, der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen, der Integration von neu Zugezogenen oder der Rolle der Berufsorientierung auseinander.
Die Schweizer Delegation setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Generalsekretariats der EDK, des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), der Bildungsforschung, der kantonalen Volksschul-, Berufsbildungs- und Mittelschulämter sowie der Sonderpädagogik, der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung sowie der Bildungspraxis zusammen. Sie betonte unter anderem die wichtige Rolle eines systematischen Bildungsmonitorings, stellte Ergebnisse zur Equity aus dem Bildungsbericht Schweiz vor und informierte über Entwicklung und Stand der schulischen Integration.
Das DACH-Seminar zeigte zusammengefasst auf, dass Bildungsgerechtigkeit eine vielschichtige Herausforderung darstellt. Ihre erfolgreiche Steuerung hängt zum einen von solider Evidenz ab, die insbesondere durch Längsschnittdaten und Kompetenzmessungen gewonnen wird. Zum anderen erfordert sie eine Perspektive, die sich nicht auf einzelne Bildungsstufen und Risikofaktoren beschränkt, sondern sich auch vertieft mit deren Interdependenzen auseinandersetzt. Aus Schweizer Sicht überrascht, dass unsere deutschsprachigen Nachbarländer die Bedeutung der Berufsbildung für die Arbeitsmarktchancen im Vergleich zur Allgemeinbildung offenbar weniger stark gewichten.
Dokumentation
Präsentationen aus den Vorträgen und Workshops finden Sie auf der Webseite des DACH-Seminar.
